Artikel aus der aktuellen Ausgabe

Besuch von der Kirchengemeinde von Pfarrer Dr. Martin Streck 

lWir renovieren unsere Kirche - ich bin dabei. Warum? von Hans-Jürgen Fritsche

Renovieren kostet von Pfarrer Dr. Martin Streck

Evangelischer Kindergarten betreut Kinder von 14 Monaten bis zum Schuleintritt von Pfarrerin Ines Fetzer

Kinderchorprojekte 2012 von Ulrike Streck-Plath

Wenn Schulden einem die Luft abschnüren ... von Pfarrer Dr. Marin Streck

Besuch von der Kirchengemeinde
Besuchsdienst feiert vierzig Jahre

Wirklich lebendig sind die Damen des Besuchsdienstes. Man hört sie, wenn sie einmal im Monat zusammensitzen. Dann verteilen sie die anstehenden Besuche, bereiten den nächsten Seniorennachmittag vor und tauschen sich aus, was sie so erlebt haben.
Zwanzig Damen gehören zu unserem Besuchsdienstkreis. Eine von ihnen ist von Anfang an dabei. Als junge Mutter war sie nach Dörnigheim gezogen. Küster Fischer stellte sie 1971 Pfarrer Hermann Drüner mit den Worten vor: „Des Mädsche is was für Ihr‘n Besuchsdienst!“ Pfarrer Drüner hatte die Idee, Gemeindeglieder zu beauftragen, ältere Menschen im Namen der Kirchengemeinde ehrenamtlich zu besuchen.

Rund tausendeinhundert Namen stehen auf der Liste unserer „Senioren“, weil sie siebzig und älter sind. Früher waren es nicht so viele. Da konnten die Damen (und wenigen Herren) des Besuchsdienstes alle besuchen. Die jüngeren Senioren, die ja oftmals keine sein wollen, bekommen heute meist eine Grußkarte. Bei runden Geburtstagen und den älteren der Älteren steht aber dann ein Besuch an.

Mit einem kleinen Geschenk machen sich die Damen auf den Weg. Ganz unterschiedlich werden sie empfangen. Manchmal ist die Dame von der Kirchengemeinde der einzige Besuch. Bei anderen treffen sie viel Familie und Nachbarschaft. Mal geht die Dame ganz beglückt nach Hause, weil es einfach schön war, an der Freude teilzuhaben. Und dann gibt es Besuche, da erzählt ein Mensch von großem Leid. Da ist Zuhören schwer. Doch die Damen spüren, dass sie ihrem Gastgeber gut tun. Selten erleben sie, dass die Tür zugeschlagen wird. Das tut weh, auch wenn sie sich niemandem aufdrängen wollen und die Freiheit des Anderen achten.
Einmal im Jahr gibt es ein kleines Seminar. Da wird über die Besuche und über die Seniorennachmittage und den Seniorenadvent nachgedacht, die vom Besuchsdienstkreis getragen werden.

Unsere Kirchengemeinde ist dankbar für die Damen des Besuchsdienstes und ihren Einsatz. Dass man es hören kann, wenn sie zusammen sind, ist nur gut so. Denn es ist Leben, miteinander und füreinander. Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Anruf bei Friedgard Hartwig (4 53 95) genügt.


Wir renovieren unsere Kirche - Ich bin dabei. Warum?

Unsere Kirche wird renoviert. Noch im April soll es losgehen. Unser Bauausschuss hat viel dafür getan. Seit über fünfzehn Jahren sind wir dran, haben die Renovierung beantragt, jetzt dürfen wir beginnen. Seit 29 Jahren bin ich im Bauausschuss, fast durchgehend hatte ich den Vorsitz. Manche wundern sich, warum ich so lange durchgehalten habe. Ich will kurz beschreiben, warum.

Irgendwie liegt es bei mir in der Familie, sich für die Kirche einzusetzen. Aus Tillowitz in Oberschlesien, heute heißt es Tułowice, stammt mein Vater. Urgroßvater und Großvater waren im Kirchenvorstand, Vater später in der Kreuzkirche in Hanau.
Und dann ist da eine Geschichte, die ich nicht vergessen kann. Meine Mutter war mit uns aus Schlesien geflohen. Wir kamen nach Mücheln in Sachsen. Dort wohnten die Brüder meines Vaters. Auf dem Hofgut St. Ulrich fanden wir Unterkunft. Sieben war ich damals, drei Jahre blieben wir.
Hier lebte ich Kindheit. Mit offenen Augen ging ich durch die Felder und Wälder, bestaunte die Tiere, die Kühe, Schweine und Schafe vom Hofgut, wo mein Vater arbeitete. Für die eigenen Hasen und Hühner, für Schwein und Ziege war ich Stallmeister – hatte zu füttern und zu misten.
Zum Hofgut gehörte eine kleine Kirche. Dort gingen wir zum Gottesdienst. Ihr Dach war kaputt. Der Pfarrer wollte es reparieren lassen – in dieser schlechten Zeit. So bat er um Spenden. Dazu hatte er ein Modell, das in der Kirche stand. Wer als Kind fünf Pfennige gab, durfte auf dem Dach der Modellkirche drei Dachziegeln ausmalen. Ich bat meinen Vater, er gab mir Geld. Ich wurde jeden Sonntag ein eifriger Dachziegelausmaler und träumte davon, dass es der kleinen Kirche wieder gut geht.

Mehr als dreißig Jahre später (noch gab es die DDR) fuhr ich nach St. Ulrich, um zu sehen, wie es dort aussieht. Die Türe zur Kirche war mit zwei Balken überkreuz vernagelt. Dazu ein Schild: Wegen Einsturzgefahr gesperrt. Das tat weh.
So schlimm steht es um unsere Dörnigheimer Kirche nicht. Doch in den Jahren, die ich hier wohne, habe ich sie liebgewonnen. Sie ist ein Schatz. Dass sie erhalten bleibt, dazu möchte ich beitragen.


 Renovieren kostet …

Die Alte Kirche am Main, unsere Kirche, ist ein kostbarer Schatz. Seit über 1200 Jahren feiern die Dörnigheimer dort Gottesdienst und beten in ihren Nöten zu Gott. Das ist nachgewiesen, zum einen durch die Urkunde aus dem Jahr 793, die Dörnigheim erstmals erwähnt, zum anderen durch eine Grabung in der Kirche selbst.

Wir hüten diesen kostbaren Schatz und darum renovieren wir in diesem Jahr die Fassade. Ein historischer Kalkputz wird aufgebracht. Und wenn das Gerüst erst einmal steht, wird noch anderes erledigt: Fensterrahmen, Türen, Regenrinne, Uhr, Zifferblätter, die Jalousien bei den Glocken. Dann wird ein barrierefreier Zugang geschaffen. Für die vielen älteren, gehbehinderten Menschen sind die vier Stufen zum Kirchhof ein arges Hindernis. Eine schräge Rampe wird das ändern.

Wer spenden möchte: Konto 30351, Kirchenkreisamt Hanau, Sparkasse Hanau, BLZ 506 500 23, Stichwort „Dörnigheim, Kirchenrenovierung“. 


Evangelischer Kindergarten betreut Kinder von 14 Monaten bis zum Schuleintritt

Seit 1. August letzten Jahres gibt es in Dörnigheim einen evangelischen Kindergarten. Hervorgegangen ist er aus der Kinderkrippe die Zwerge und dem Kindergarten Miniclub.  In einer Krippen-gruppe und zwei altersübergreifenden Kindergartengruppe werden die Kinder in der Zeit von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr bzw. in einer Gruppe bis 13.00 Uhr betreut. Nach einer Ankommenszeit beginnt der Tag mit einem gemeinsamen Sing- oder Erzählkreis. Gemeinsame Lieder schulen das Sprachvermögen der Kleinen, die großen tauschen sich auch mal über verschiedene Themen, wie  Herbst und Ernte, Weihnachten usw. aus. Danach wird gefrühstückt und dann gespielt und gebastelt, getobt und gebaut. Besonders beliebt ist das große Außengelände, wo man nach Herzenslust spielen kann. Kreative Angebote bereichern das Programm. Manchmal wird gemeinsam gebastelt, manchmal kann jeder nach eigenen Vorstellungen mit verschiedenen Materialien experimentieren. Wichtig ist uns, dass die Kinder Zeit füreinander haben, miteinander Kontakte knüpfen und zusammen spielen. Jedes Kind soll dabei sein eigenes Tempo haben dürfen. Unverplante  Zeit ist dafür wichtig. Mittags erhalten die Kinder, die bis 14.30 Uhr bleiben ein warmes Mittagessen. Gemeinsam mit anderen Kindern zu essen, ist für viele eine gute Gelegenheit sich auch an neue Speisen heranzuwagen. Für die Kleineren wird nach dem Essen der Krippenraum in einen Schlafraum verwandelt, der gerne genutzt wird. Gemeinsam macht eben selbst das Schlafen mehr Spaß.
Natürlich gibt es auch mal Ausflüge und besondere Projekte. Die kirchliche Feste wie zum Beispiel Erntedank, Martinstag, Weihnachten und Ostern werden miteinander vorbereitet und gefeiert. Pfarrerin Ines Fetzer kommt monatlich in die Gruppen und erzählt biblische Geschichten.
Vieles wird derzeit noch ausprobiert und die verschiedenen Gruppen müssen noch zusammenwachsen. So wie auch der Baum noch wachsen muss, der zum Sommerfest zur Einweihung der Einrichtung gepflanzt wurde und den Kindern einmal Schatten spenden soll.


Kinderchor-Projekte 2012

Der Evangelische Kinderchor Dörnigheim startet in diesem Frühjahr in sein achtes Le-bensjahr. Die Kinder haben wieder viel vor, um anderen jede Menge Freude zu machen und selbst dabei viel Spaß zu haben. Im ersten Halbjahr ste-hen zwei besondere Termine auf dem Programm: Am Ostermontag spielen die Kinder im Gottes-dienst die Geschichte der Auf-erstehung nach, begleitet vom Posaunenchor und weiteren In-strumentalisten. Markieren Sie sich in Ihrem Kalender auch den 23. Juni. Denn an diesem Tag feiert im EGZ das Sing-spiel „Etwas von den Wurzel-kindern“ Premiere. Für die Ur-aufführung dieses Stückes nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Sibylle von Olfers koope-riert der Kinderchor mit der KiTa Eichendorffstraße und dem Evangelischen Kindergarten.

Ihre Kinder singen gerne? Dann nichts wie hin zum Kinderchor: Einfach montags vorbeikommen und mitmachen. Jonah, Elena, Lara-Sofie, Andreas, Franzis-ka, Lara, Georg, Miriam, Anna, Johannes und alle anderen freuen sich auf Euch.


 Wenn Schulden einem die Luft abschnüren

„Und vergib uns unsere Schuld,“ so beten wir im Vaterunser. Darauf ver-trauen wir als Christen, dass Gott Schuld vergibt. Denn es ist schlimm, wenn Menschen von Schuld und Schulden nicht loskommen.
„Ich weiß mir keine Hilfe.“ Es kann ganz schnell gehen. Versandhäuser bieten Ratenzahlung an. Autohändler das Traumauto auf Kredit, oder ein Handyvertrag ist teuer, viel teurer als in der Werbung.
Wenn ein junges Paar ein Kind bekommt und nun nur noch ein Einkommen hat, kann es knapp werden mit den Raten. Oder die Firma geht pleite und der Arbeitsplatz ist verloren.
Erst wird das Konto überzogen. Überziehungszinsen sind besonders hoch. Vielleicht helfen die Eltern. Freunde mag man nicht fragen, man will sie nicht verlieren. Wer mit seinen Schulden nicht mehr zurechtkommt, schämt sich. Was denken die an-deren von mir?
Wer sich zurückzieht, wird noch schwächer, noch ängstlicher. „Ich bekomme mein Leben gar nicht mehr in den Griff!“ Und irgendwann wirkt es sich auf die Gesundheit aus.
Hilfe bietet das Diakonische Werk in Hanau mit der Insolvenz- und Schuldnerberatung. Die Mitarbeiter kennen sich aus. Sie wissen um die Not von überschuldeten Menschen. Und sie kennen die Rechte solcher Menschen.
Die Mitarbeiter analysieren genau die Situation der Menschen, die zu ihnen kommen. Sie helfen, die richtigen Briefe zu schreiben. Sie verhandeln mit den Gläubigern. Oft können sie einen Zahlungsaufschub oder einen teilweisen Erlass der Schulden errei-chen.
Die Beratung ist für Hilfesuchende kostenlos und absolut vertraulich.
Die Telefonsprechstunde der Schuld-nerberatung in Hanau ist dienstags von 15–17 Uhr und freitags von 9–11 Uhr unter 06181–923 40 40
erreichbar. Die weitere Beratung ge-schieht dann im Diakonischen Werk in Hanau, am Johanneskirchplatz 1.