Liebe Leserinnen und Leser,

Eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Bibel ist die Geschichte vom äthiopischen Finanzminister, der sich taufen ließ. Er war unterwegs von Jerusalem nach Hause und hatte eine Schriftrolle des Propheten Jesaja im Gepäck. Er war auf der Suche nach Gott. Auf seiner Reise begegnete er Philippus, einem Jünger Jesu, der ihm vom Leben und Sterben Jesu und von dessen Auferstehung erzählte. Der Finanzminister war begeistert von dem, was er hörte und fragte Philippus: „Was hindert’s, dass ich mich taufen lasse?“ Am Wegesrand war ein Fluss und so taufte Philippus den Mann aus Ätiopien und dieser „zog seine Straße fröhlich“ wie es in der Apostelgeschichte heißt. So einfach ist das? Ja, so einfach. Ein Mann hört von Jesus, er möchte sich taufen lassen und ohne große Umstände geschieht es. Er wird getauft und das macht ihn froh für seinen weiteren Lebensweg. Eine tolle Geschichte.

Manche überlegen länger. Soll ich mich wirklich taufen lassen? Glaube ich denn genug? Was wird da von mir erwartet? Und wie ist das mit meinem Kind? Sollte so etwas Wichtiges nicht besser selbst entscheiden? Fragen, über die man lange nachdenken kann. Schließlich ist eine Taufe kein Kinobesuch. Trotzdem muss ich nicht erst ein perfekter Christ sein (den gibt es sowieso nicht), um dazugehören zu können und mich oder mein Kind taufen zu lassen. Viele scheinbare Hindernisse brauchen keine zu sein. Man braucht keine Gebühren zu bezahlen, man braucht kein großes Fest auszurichten, man braucht keine Familie mitbringen, man braucht kein besonders frommer Mensch zu sein. Es reicht der Wunsch, sich taufen zu lassen. Denn Gott liebt alle Menschen, er stellt uns keine Bedingungen, er nimmt uns an wie wir sind – und dafür ist die Taufe unser Zeichen. Jeder darf dazu gehören, egal ob klein oder groß, arm oder reich. Wer getauft wird, gehört zur Gemeinschaft der Christen - so einfach ist das!

Ihre Ines Fetzer

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