Augen auf!

Gedanken zum Sonntag 2. August (Achter nach Trinitatis) von Pfarrer Eckhard Sckell

Sckell

Augen auf! Mit offenen Augen durch die Welt gehen. Wahrnehmen, was um mich ist. Eigentlich ist das eine Selbstverständlichkeit. Und doch erlebe ich immer wieder, dass ich selber etwas übersehe und mich frage: Wie kommt das? Oder ich erlebe, dass ich von anderen übersehen werde. Das ist eine schlimme Erfahrung.

Die Bibel erzählt im Johannesevangelium von Jesus und einem Blinden: „Im Vorbeigehen sah Jesus einen Mann, der von Geburt an blind war.“

Ich sehe nichts, ich bin blind. Aber ich werde gesehen. Da gibt es einen, der nicht achtlos an mir vorübergeht. Da gibt es einen, der im Vorbeigehen mich sieht. Gott kommt auf mich zu. Er nimmt Kontakt zu mir auf. Er öffnet mir die Augen.

So manch einer hat den Versuch unternommen, durch eigene Anstrengungen die Blindheit zu überwinden. Spirituelle Übungen sollen die Augen des Menschen für Gott öffnen. Dagegen ist auch grundsätzlich nichts einzuwenden, denn tatsächlich ist eine gewisse Offenheit für Gott Voraussetzung dafür, dass Gott mich erreichen kann.

Aber es bleibt dabei: Gott erreicht mich, und nicht ich ihn. Er öffnet mir die Augen für sein Geheimnis, nicht ich selber. Glauben ist keine Leistung. Glaube ist ein Geschenk!

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