Du bist da

Gedanken zum Sonntag 17. Mai (Rogate) von Pfarrerin Ines Fetzer

Fetzer

„Du bist da, du bist da, bist am Anfang der Zeit, am Grund aller Fragen bist du …“ Das Lied geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Seit einigen Tagen begleitet es mich auf meinem Weg. Der Text stammt aus Psalm 139.

Das Lied passt in die seltsamen Zeiten, in denen wir nach wie vor leben. Von neuer Normalität möchte ich nicht sprechen, eher von einer anderen Routine, die sich einstellt und zum Alltag wird, auch wenn es alles andere als normal ist. Die Fragen, wann haben wir das hinter uns? Und wie konnte es eigentlich soweit kommen? sind nicht mehr ganz so brennend. Es sind ohnehin Fragen, auf die ich keine Antwort bekomme. Besser erscheint mir die Frage: Wie kommen wir gut durch diese Ausnahmezeit? Was trägt mich? Wo finde ich Halt? „Du bist da, du bist da…“ erklingt es wieder in mir. Und ich spüre, wie mich diese Worte trösten. Gott ist da: am lichten Tag und im Dunkel der Nacht, wie es im Lied weitergeht. Gott ist da: ich kann ihn ansprechen, er hört meine Gebete, erträgt meine Fragen und meinen Frust. Auch wenn ich nicht auf alle Fragen eine Antwort bekomme, lässt mich das ruhiger werden. Ich finde Halt und Geborgenheit. Es macht nichts, dass mir Gott manchmal auch ein Rätsel bleibt und so fern erscheint wie die Sterne. Denn wie formulierte es der Psalmbeter vor zweieinhalbtausend Jahren: "wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand. Am Ende bin ich noch immer bei dir." Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag. Bleiben Sie behütet!
Wenn Sie das Lied hören möchten, klicken Sie hier

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